Heilmittel
Wirkstoffe aus Pflanzen zur Behandlung verschiedener Krankheiten werden durch den Menschen bereits seit Tausenden von Jahren genutzt. Typisch ist die Verwendung verschiedener pflanzlicher Alkaloide, ätherischer Öle, Bitter- und Schleimstoffe. Zu berücksichtigen sind aber auch die Herstellung von Feinchemikalien, Vitaminen, essentiellen Aminosäuren, Ballaststoffen, Zuckeralkoholen oder ungesättigten Fettsäuren, die für pharmazeutische Zwecke eingesetzt werden. Therapeutika und Impfstoffe bieten weitere Möglichkeiten, Heilmittel für menschliche Zwecke auf pflanzlicher Basis zu entwickeln.
Die geernteten Pflanzen werden in verschiedenen Aufbereitungsverfahren (Waschen, Trocknen, Zerkleinern) für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Die Wirkstoffextrakte werden durch die Verfahren Mazeration oder Perkolation aus den Pflanzenteilen gewonnen. In beiden Fällen wird ein wässriges oder alkoholisches Lösungsmittel angewendet, um die wirksamen Bestandteile aus der Pflanzensubstanz zu extrahieren. Durch Zugabe von Hilfsstoffen entstehen Extraktzubereitungen, die flüssig, zähflüssig oder trocken sein können. Zu ihnen gehören auch Tinkturen.
Rezeptfreie Phytopharmaka haben gegenwärtig einen Marktanteil von etwa 30 %. Arzneimittel mit Extrakten pflanzlicher Wirkstoffe besitzen unter Patienten eine außerordentlich hohe Akzeptanz. Ihr Einsatz kann u.a. als Psychopharmaka, Sedativum, Lebertherapeutikum oder Immuntherapeutikum erfolgen. Ein großer Anteil von Medikamenten mit Wirkstoffen auf Pflanzenbasis wird auch zur Vorbeugung von Krankheiten verwendet.

