Ackerbohne

Vicia faba L. var minor; Familie der Schmetterlingsblütler Leguminosae

 

Merkmale

Durch ausgesprochene Standfestigkeit ihres kantigen hohlen Stängels kann die Ackerbohne bis zu 1,8 m hoch werden. Ihre Pfahlwurzel wächst bis zu 1,7 m tief. Die paarig gefiederten hellblaugrünen Blätter laufen in einer Spindelspitze aus. Die Blüten sitzen in kurz gestielten Trauben in den Blattachseln, die Blütenfarbe ist sortenspezifisch braun, rot, violett oder weiß. Pro Pflanze bilden sich größtenteils nach Selbstbefruchtung ca. zwölf Hülsen mit je drei bis sechs Samen.

 

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Die Herkunft der kleinsamigen Ackerbohne wird in Südwestasien oder Nordafrika vermutet; ihre Nutzung ist aus steinzeitlichen Siedlungen bei Nazareth, in Ägypten, Griechenland, Spanien und Portugal nachgewiesen. In römischer Zeit verbreitete sich der Anbau auch nördlich der Alpen, wo die Ackerbohne eine der wichtigsten Kulturpflanzen des Mittelalters wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Ackerbohne vielfach als Ersatz für Stickstoff-Dünger in die Fruchtfolge aufgenommen, ihre Anbaufläche ging jedoch kontinuierlich zurück.

 

Anbau

Der Anbau erfolgt in Küsten- und Vorgebirgslagen mit hohen Niederschlagsmengen. Daher sind tiefgründige Böden und eine tiefe Ablage des Saatkorns in ca. 8 cm Tiefe erforderlich. Die Keimung beginnt bei 2°C, weshalb schon ab Ende Februar ausgesät wird. Das Ziel sind Bestanddichten von 40 bis 60 Pflanzen pro m². Ackerbohnen werden mit dem Mähdrescher geerntet. Die Erträge liegen bei 30-70 dt/ha.

 

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