Sonnenblume
Helianthus annuus L.; Familie der Korbblütler Asteraceae
Merkmale
Die einjährige Sonnenblume hat eine kurze von dichtem Wurzelfilz umgebene Pfahlwurzel und einen bis zu 3 m hohen markhaltigen Stängel. Er wird bis zu 4 cm dick und trägt wechselständige behaarte herzförmige Blätter. Charakteristisch für die Sonnenblume ist der tellergroße Blütenkorb mit den randlichen sattgelben Zungenblüten und den inneren braunen Röhrenblüten. Blätter und Blütenkörbe drehen sich im Laufe des Tages immer zur Sonne. Aus den fremd- oder selbstbefruchteten Röhrenblüten reifen die bis zu 17 mm langen schwarzen, weißen oder gestreiften Früchte.
Kulturgeschichtlicher Hintergrund
Die Sonnenblume stammt aus den ariden Gebieten Nordamerikas, wo die Indianer die fettreichen Samen als Nahrung nutzten. Anfang des 16. Jahrhunderts brachten die Spanier die Sonnenblume als Zierpflanze nach Europa. Ihre Bedeutung als Öllieferant erkannte man erst um 1830 in Südrussland.
Anbau
Der Ölgehalt der Sonnenblume wurde züchterisch von 3% auf über 50% angehoben. Aufgrund des hohen Anteils an essenzieller Linolsäure (70-80%) ist das Öl für die menschliche Ernährung sehr bedeutsam, für technische Zwecke ist hingegen ein hoher Ölsäuregehalt wichtig. Neugezüchtete sogenannte High-Oleic-Sonnenblumen für den Non-Food-Bereich weisen einen Ölsäuregehalt bis 90% auf.
Die Aussaat erfolgt Mitte April mit Einzelkornsämaschinen mit dem Ziel, dass 5-7 Pflanzen pro qm aufwachsen. Das Dreschen im September/Oktober erbringt Erträge von 25-40 dt/ha.
Im Jahr 2005 wurden in Deutschland auf 13.000 ha Sonnenblumen angebaut.

