Mohn

Papaver somniferum L.; Familie der Mohngewächse Papaveraceae

 

Merkmale

Schlafmohn ist mit dem rot blühenden Klatschmohn verwandt, allerdings sind die vier Blütenblätter weiß bis violett gefärbt mit einem dunklen Fleck auf dem Blütengrund. Der kräftige, borstig behaarte, im oberen Drittel verzweigte Stängel wird 100-150 cm hoch; eiförmige, unbehaarte Blätter umfassen ihn. Die Pfahlwurzel bildet starke Seitenwurzeln aus. Anfang Juli öffnen sich die Blüten am Ende der Stängel zu einem Durchmesser von 4-6 cm. Nach der Selbstbefruchtung bilden sich eine bis vier geschlossene, kleine eiförmige Kapseln aus, in denen sich bis zu 2000 blaue Samen befinden. Die gesamte Pflanze führt einen weißlich-gelben Milchsaft, der etwa 40 verschiedene Alkaloide enthält.

 

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Mohn wurde bereits in der Jungsteinzeit (4.600 -3.800 v. Chr.) in Asien und Südeuropa als Heilpflanze genutzt, wobei dem Milchsaft das Hauptinteresse galt. Der botanische Name verweist auf seinen Zusatz als Schlafmittel im Kinderbrei im antiken Griechenland. In den 30er und 40er Jahren waren die Samen des Schlafmohns in Deutschland wichtige Rohstoffgrundlage für Speiseöl. Nach 1945 wurde der Anbau in Westdeutschland wegen des Morphingehaltes verboten, während in Ostdeutschland 1947 ca. 63.000 ha Mohn angebaut wurde. Seit 1992 dürfen in Deutschland zugelassene morphinarme Sorten wieder angebaut werden.

 

Anbau

Der frostempfindliche Schlafmohn erfordert warm milde Klimalagen und humusreiche Böden. Gesät werden die sehr kleinen Samen flach in ein feines Saatbett ab Ende März mit Einzelkornsämaschinen. Im Idealfall wachsen 50-70 Pflanzen pro qm. Ende August, Anfang September wird gedroschen. Der Ernteertrag liegt bei 10-15 dt/ha.

 

Inhaltsstoffe

Ölgehalt im Samen: 40-45%, davon Linolsäure 60 -75%, Ölsäure 10-20% und Palmitinsäure 10-12%.

 

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