Krambe

Crambe abyssinica Hochst L.; Familie der Kreuzblütler Crucifereae

 

Merkmale

Krambe ist eine einjährige Pflanze mit 60 bis 140 cm hohem Stängel, rundovalen bis herzförmigen Blättern und einer tiefgehenden Pfahlwurzel. Kleine weiße Blüten mit vier Blütenblättern bilden eine lockere Traube. Nach der Befruchtung, in der Regel als Fremdbefruchtung, entsteht die zweiteilige Gliederschote, die im vorderen Teil einen kugeligen graugrünen bis gelblichen Samen enthält. Mit dem Reifen des Samens färbt sich die gesamte Pflanze hellbraun.

 

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Krambe reicht von den nordafrikanischen Steppen bis in die Türkei. Erst 1930 wurde Krambe in Russland in Kultur genommen. In der DDR wurden Ende der 60er Jahre 4.200 ha angebaut.

 

Anbau

Mit einem höheren Erucasäuregehalt als der Erucaraps ist das Öl der Krambepflanze vor allem für die industrielle Verwertung interessant. 1996 wurden in Deutschland Versuche zu einem erneuten Krambeanbau auf 500 ha Fläche in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen unternommen. Die Krambe bevorzugt nährstoffreiche Böden. Im März/April sät man mit 300 Körnern/qm, die in Tiefen von 1 bis 2 cm abgelegt werden. Ende Juli bis Anfang August wird mit Mähdreschern geerntet. Erträge von 15-30 dt/ha sind möglich. Wie bei allen Kreuzblütlern ist auch bei Krambe eine Anbaupause von mindestens vier Jahren einzuhalten, um die Anreicherung des Bodens mit spezifischen Krankheitserregern zu vermeiden. Problematisch sind die Weiterverarbeitung des Ernteguts und die Ölgewinnung aus der Krambesaat. Daher ist das Interesse am Krambeanbau eher gering.

 

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