Kenaf

Hibiscus cannabinus L., Familie der Malvengewächse Malvaceae

 

Merkmale

Der mit der Baumwollpflanze verwandte mehrjährige Kenaf hat eine Pfahlwurzel und wird bis zu 3 m hoch. Die Blattform ähnelt den Blattfingern des Hanfs. Der rauhaarige Stängel ist stark verholzt und mit einer Bastschicht umgeben. In Mitteleuropa kommt es nur selten zur Bildung von Blüten.

 

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Kenaf stammt aus Afrika, ist mittlerweile jedoch weit verbreitet. Der Anbau konzentriert sich insbesondere auf die Tropen und Subtropen. Kenaf liefert eine juteähnliche Faser und ist fast so bedeutend wie Jute oder Sisal. Seit dem 2. Weltkrieg ist der Anbau weltweit um das sechsfache gestiegen.

 

Anbau

In Deutschland werden seit 1994 im Versuchsanbau spezielle Kenafsorten auf ihre Eignung erprobt. Kenaf stellt hohe Ansprüche an den Standort und braucht viel Wasser und Wärme; erst ab 16°C wächst die Pflanze. Die Aussaat mit herkömmlichen Getreidedrillmaschinen erfolgt im Mai mit dem Ziel 50-80 Pflanzen pro qm zu ernten. Aufgrund des langsamen Wachstums der jungen Pflanzen ist eine Wildkrautbekämpfung notwendig. Die Ernte findet im Winter statt, wenn die Pflanze durch Frost abgestorben ist und die Stängel getrocknet sind. Bisher wurden dabei Maishäcksler und selbstfahrende Ballenpressen erprobt. Die Gesamterträge liegen bei 80 dt/ha mit einem Faseranteil von 20%. Die Anbaufläche beträgt im Versuchsstadium nur wenige Hektar.

 

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