Färberpflanzen

Da die Industrie seit Ende des 19. Jahrhunderts die meisten Farbstoffe preiswert synthetisch erzeugte, wurde der Anbau von Färberpflanzen fast völlig eingestellt. Einige Pflanzen werden heute auf Versuchsflächen wieder angebaut. Sowohl Anbau als auch Ernte, Verarbeitung und Verwertung müssen noch optimiert werden, bevor sich Naturfarbstoffe einen Anteil am Markt der Farbstoffe erobern können.

Kulturhistorischer Hintergrund

In der Vergangenheit wurden aus Früchten, Samen, Blüten, Blättern oder Wurzeln Farbstoffe gewonnen, mit denen Kleidung gefärbt, Gemälde und Kunstwerke erstellt sowie Gebäude angestrichen wurden. Anbau und Verarbeitung von Färberwaid waren im 14. -16. Jahrhundert und von Saflor im 17. Jahrhundert Haupteinnahmequelle der thüringischen Landwirtschaft und der Waidstädte Gotha, Erfurt und Weimar. Mit Einführung der synthetischen Farbstoffe im 19. Jahrhundert kam der Anbau von Färberpflanzen völlig zum Erliegen.

Der Rohstoff

Die Farbstoffe müssen aus den Blättern, Blüten oder Wurzeln durch Extraktion gewonnen werden. Dabei werden drei Farbstoffarten unterschieden: Während Direktfarbstoffe, z.B. das Rot des Saflors, direkt anfärben und nutzbar sind, benötigen andere Farbstoffe Vorbehandlungen. Beizfarbstoffe machen den größten Teil der Naturfarben aus. Sie haften nur mit Hilfe einer Beize, eines Metallsalzes, auf dem Färbegut. Küpenfarbstoffe, wie sie im Färberwaid oder Färberknöterich enthalten sind, sind in Wasser unlöslich. In einer wässrigen Lösung aus Alkali und einem Reduktionsmittel, der sogenannten Küpe, werden sie wasserlöslich gemacht. Erst durch Oxidation an der Luft bildet sich die auf das Färbegut aufgebrachte Farbe.

Bedeutung

Da immer mehr Menschen auf synthetische Textil- und Farbstoffe allergisch reagieren, dürfte zusammen mit der steigenden Nachfrage nach Textilien aus Naturfasern zukünftig auch der Bedarf an Naturfarbstoffen wieder steigen.

Verwendung

  • Textilfarben
  • Innenanstrichfarben
  • Kinder-Malfarben und gefärbtes Kinderspielzeug
  • Färben von Leder, Papier und Lebensmitteln

 

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