Frucht- und Samendrogen

Unter den Arzneipflanzen ist die Nutzung der Frucht- und Samendrogen am einfachsten, da Ernte- und Trocknungstechnologie aus dem Getreideanbau übernommen werden können. Eine wichtige Vertreterin ist die Mariendistel, die eine größere Anbaubedeutung in Niedersachsen hat.

Mariendistel

Silybum marianum L.; Familie der Korbblütler Asteraceae

 

Merkmale

Die Mariendistel enthält Flavonoide (Silymarin), Bitterstoffe, biogene Amine, Gerb- und Farbstoffe. Sie ist in unseren Breiten eine einjährige Pflanze, die im Anfangsstadium ihrer Entwicklung eine breite Blattrosette und eine Pfahlwurzel bildet. Charakteristisch sind die breit elliptischen, weißnervigen bzw. marmorierten Blätter mit einem gewellten dornigen Rand. Aus der Rosette wächst der verzweigte, bis zwei Meter hohe Blütenspross, der in körbchenförmigen 4 bis 5 cm langen violettpurpurfarbenen, z.T. auch weißen Blütenköpfen endet. Nach der Blüte von Juni bis August reifen Ende August die braungelben, 6 bis 7 mm langen Früchte.

 

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Vom Mittelmeerraum aus hat sich die Mariendistel über Ost- und Mitteleuropa bis nach England ausgebreitet. Europäische Einwanderer machten sie auch in Amerika und Australien heimisch. Im Altertum wurde die Wurzel als Brechmittel eingesetzt, im Mittelalter dienten die Samen als Heilmittel gegen Lungenleiden, Leberkrankheiten und Seitenstechen.

 

Anbau

Für die Züchtung der Mariendistel ist eine gleichmäßige Abreife, d.h. ein gleichzeitiges Reifen der Samen von Bedeutung. Die Aussaat erfolgt im März an warmen Standorten. Geerntet wird Ende August, Anfang September. Die Erträge liegen bei 16 dt/ha.

 

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