Blatt- und Krautdrogen

Blatt- und Krautdrogen heißen die Arzneipflanzen, bei denen entweder die Blätter oder das ganze Kraut genutzt werden. Bedeutendstes Monopräparat ist das Johanniskraut, dessen Anbaufläche 1999 in Deutschland 900 Hektar betrug.

Johanniskraut

Hypericum perforatum L.; Familie der Johanniskrautgewächse Hypericaceae

 

Merkmale

Johanniskraut enthält Hypericin, Flavonoide, Dianthrone, Hyperforin, Gerbstoffe und ätherisches Öl. Aus der mehrjährigen Staude mit einem kurzen unterirdischen Wurzelstock wachsen zahlreiche bis zu 1 m hohe Triebe. Charakteristisch sind die durch Exkretzellen für ätherisches Öl durchsichtig punktierten oval-länglichen Blätter, die gegenständig am rundlichen Stängel sitzen. Von Juni bis September blüht das Johanniskraut goldgelb in blütenreichen Doldenrispen; beim Zerreiben färben sich die fünfblättrigen Blüten rubinrot. In ovalen Kapseln reifen zylindrische schwarze oder dunkelbraune Samen.

 

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Johanniskraut ist in ganz Europa und Westasien verbreitet. Bereits die antiken Heilkundigen loben seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten als Mittel gegen Depressionen, Hexenschuss, Gicht oder Rheumatismus.

 

Anbau

Die Pflanzung erfolgt im April oder im Herbst auf schweren humosen Böden mit hoher Qualität, da die Pflanze schon geringste Mengen Cadmium akkumuliert. Zur Zeit werden Anbausorten mit hohem Wirkstoffanteil und Widerstandskraft gegen die Johanniskrautwelke gezüchtet. Die oberen 20-30 cm des blühenden Krauts werden zwei bis drei Jahre lang im Juni und September gemäht. Die Erträge liegen bei 100 dt/ha.

 

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