Allgemein

Biowerkstoffe lassen sich unterscheiden in Biokunststoffe, naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK) und WoodPlasticComposites (WPC, Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe)

Biokunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und können die bisher verwendeten fossilen Kunststoffe und Plastikmaterialien in vielen Anwendungen ersetzen. Wissenschaftler und Technologen passen sie derzeit nicht nur konventionellen Produktionsmaschinen an, sondern erschließen außerdem neue Verwendungsmöglichkeiten. So sind Verpackungen, Einweggeschirr oder Mulchfolien aus Biokunststoff bereits heute erhältlich.

Je nach Erfordernis garantieren einige Biokunststoffe eine lange Gebrauchsdauer, andere sind biologisch schnell abbaubar und zerfallen in natürlich vorkommende, ungiftige Ausgangsprodukte. Egal, ob Biokunststoffe nach Gebrauch in die Biogasanlage wandern, thermisch verwertet oder kompostiert werden: Sie setzen nach ihrem Gebrauch nur das CO2 frei, das die Pflanzen während ihrer Wachstumsphase aus der Atmosphäre entnommen haben.

Unter naturfaserverstärkten Kunststoffen (NFK) werden Werkstoffe verstanden, die aus einem Kunststoff bestehen, der seine Stabilität durch eingearbeitete Naturfasern erhöht. Der Kunststoff selbst ist in der Regel fossiler Herkunft, kann aber auch ein Biokunststoff sein. Das herkömmliche Pendant zu NFK sind glas- oder kohlefaserverstärkte Kunststoffe. Bauteile aus NFK weisen nicht nur hohe Steifigkeiten und Festigkeiten, sondern auch eine geringe Dichte auf. Sie sind also mechanisch stark belastbar und gleichzeitig leicht (bis zu 30% leichter als herkömmliche Faserverbunde) und damit ideal geeignet für den modernen Fahrzeugbau. Zudem splittern sie nicht, brechen ohne scharfe Kanten, haben gute akustische Eigenschaften und sind schon heute ökonomisch konkurrenzfähig. So setzte die deutsche Automobilindustrie allein im Jahr 2003 etwa 45.000 Tonnen NFK vor allem im PKW-Innenraum ein.

WoodPlasticComposites (WPC) bestehen aus einem Holzmehlanteil und herkömmlichen Kunststoffen. Sie vereinen die Vorteile der Rohstoffe Holz (preisgünstig, höhere Steifigkeit, geringere Ausdehnung unter Wärmeeinfluss, natürliche Optik) und Kunststoff (verformbar, feuchteresistent). Während in Nordamerika jährlich bereits 700.000 Tonnen produziert werden, sind es in Europa nur 30.000 Tonnen, Tendenz jedoch stark steigend.

Weitere Informationen stehen unter www.biowerkstoffe.info zur Verfügung.

 

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